Mittwoch, 8. Februar 2012

Lions in the classroom

Am Donnerstag, den 02.02.12 habe ich ein kleines Projekt mit „meiner“ zweiten Klasse gestartet. Und zwar hatte ich vor, mit ihnen Masken zu basteln. Da ich in meinen Kunststunden zuvor überwiegend mit ihnen gezeichnet hatte und sie nun darüber hinaus künstlerisch aktiv werden lassen wollte, bot sich das an. Die Kartonpappe war schnell beschafft: einige ältere Schüler wurden zu einem recht großen nahegelegenen Supermarkt Swedrus geschickt. Die Gummibänder, Buntstifte und Scheren sollten die Schüler von zuhause mitbingen.
Nun konnte also die schon etwas länger geplante Bastelstunde beginnen. Zunächst habe ich die Stunde ausführlich eingeleitet, um unnötiges Chaos zu vermeiden. Mit einigen "Steps" habe ich versucht, der Klasse möglichst einfach nahezulegen, wie wir die Stunde aufbauen wollen und der Bastelprozess einer eigenen Maske verläuft:


Danach ging es los. Mit Jeffs (meines Kollegens) Hilfe begann ich, maskengroße Papprechtecke auszuschneiden und sie an die Schüler zu verteilen. Allein das hat bei knapp 60 Kindern schon viel Zeit gekostet.


Als die erste Reihe ihre Pappe bekommen hatte, fing langsam an, sich das Chaos auszubreiten. Denn während die zweite und dritte Reihe auf ihre Kartonstücke warteten, starteten die Schüler der ersten Reihe schon, sich darüber zu beklagen, dass sie das Gesicht, also die Umrisse der Maske, nicht malen konnten. Als endlich alle ihre Pappe erhalten hatten, war es sehr laut und durcheinander in der Klasse. Ich machte also noch einige allgemeine Ansagen, in denen ich versuchte, die Schüler zu motivieren, die Maskenbilder zu zeichnen. Dazu malte ich ihnen selbst welche vor oder zeigte repräsentative Examplare mancher Schüler. Dennoch schien es für viele eine unmögliche Aufgabe zu sein. Das wunderte mich, denn im Zeichnen ist die Klasse eigentlich recht begabt.
Auf jeden Fall folgte dadurch eine lange anstrengende Phase, die dadurch geprägt war, alles jedem nochmal einzelnd zu erklären, verzweifelte Schüler immer erneut zu motivieren und die Grimassen (bis auf wenige wollten alle einen Löwenkopf haben) vorzuzeichnen. Als es dann noch Essen gab und die Kinder in der einen Hand mit der Maske, ihrem Bleistift und Gummibändern und in der anderen mit ihrem Teller Reis in der Klasse rumtobten, war das Chaos perfekt.

dieses Bild spiegelt gut den Großteil der Unterrichtsstunde wieder: viele kleine Kinder, denen beim zeichnen, anmalen oder auschneiden geholfen werden soll.
Obwohl das jetzt vielleicht nach einer total ungeordneten Bastelstunde klingt, hat diese Creative Arts lesson, die sich übrigens auf ca. 3-4 Stunden ausgedehnt hat, sehr viel Spaß gemacht. Es war schön, zu sehen, wie sich alle an ihren Masken erfreut haben, als sie dann endlich fertig waren und dass viel Bereitschaft unter einander da war, den anderen zu helfen. Zwischendurch sind manchmal kleine Gruppen von Kindern dem Klassenraum entwichen, um ihren Brüdern und Schwestern in den anderen Klassen stolz ihre Kunstwerke zu präsentieren. Am Ende sind auch wirklich schöne Masken entstanden und manche davon ganz ohne Hilfe von Jeff oder mir.
Ich selbst war zufrieden, dass letztendlich alles geklappt hat und ich ein solches Projekt bei dieser Klassengröße durchzuführen imstande war. Rückblickend war es also natürlich superanstrengend, hat sich aber dennoch gelohnt! Ich habe bereits Pläne für weitere Kunststunden dieser Art, da ich es für eine gute Idee halte, die Kinder, vor allem in dem Alter, im Creative Arts – Unterricht nicht bloß abmalen zu lassen.



Montag, 6. Februar 2012

Meine Ferien - Bilder

Dieser Post soll eine Ergänzung zu dem vorherigen Beitrag sein. Da ich in der letzten Zeit kein Internet bzw. keine Möglichkeit hatte, Bilder hochzuladen, will ich das hiermit jetzt nachholen, damit ihr ein paar Eindrücke des Urlaubs bekommt und das Geschriebene vielleicht besser nachvollziehen könnt.

OUR DAY: hier sieht man 4 Schüler "meiner" 2. Klasse Azonto tanzen. Das war eine Art Contest. Nacheinander durften ein paar ausgewählte Schüler der jeweiligen Klassen ihre Tanzskills vor den anderen Klassen unter Beweis stellen.

TANOBOASE: in diesem kleinen Ort gibt es die Touristenattraktion heiliger Grotten und Felsen mit einer langen Geschichte. Der Ausflug war recht interessant und die Landschaft dort ist wunderschön. Die schwarzen Flecken am Himmel sind übrigens Fledermäuse. Das war ein großartiges Gefühl, da oben zu stehen, das Schreien der tausenden Tiere zu hören und diesen weiten Ausblick zu genießen.

TAMALE: eine sehr schöne der zahlreichen Moscheen in Tamale, einer Großstadt im Norden des Landes. Generell fiel uns auf, dass die nördlichen Regionen viel muslimischer geprägt sind. Wir sahen kaum Kirchen, sondern stattdessen viele Moscheen und auch an dem Kleidungsstil der Menschen wurde uns sofort bewusst, dass wir nicht mehr im Süden sind.

RÜCKREISE: Dieses Bild entstand irgendwo zwischen Bolgatanga und Tamale, als wir in einem der Busse saßen, die uns Richtung Swedru zurückfuhren. Solche runden Lehmhütten, die in kreisförmigen Ansammlungen gebaut sind, haben wir oft in den nördlichen Dörfern sehen können. Im Süden des Landes unterscheidet sich die Baukunst von diesen Gebäuden. Während in den Küstenregionen eher rechteckige Häuser und Hütten gebaut werden, sind sind sie im Norden des öfteren rund. Zumindest trifft das auf zahlreiche Dörfer zu, die man zu sehen bekommt, wenn man längere Strecken mit Bussen und Tro-Tros von Stadt zu Stadt fährt. Die gelbe Farbe auf den Hütten ist Teil der MTN-Werbung, eines Mobilfunkunternehmens. Diese Art makaberer Werbeplatzierung gibt es überall im Land, z.B. von Vodafone, Coca-Cola usw.

Natürlich ist das nur ein kleiner visueller Einblick in meinen Urlaub und ich habe noch Hunderte weitere Bilder, aber das Hauptproblem ist, dass es Zeit und Internetkapazität kostet, viele Fotos hochzuladen. Trotzdem, denke ich, ergänzt das den vorausgegangenen Textbeitrag wenigstens ein bisschen.