Es ist Zeit für meinen letzten Beitrag, ein Schlusswort für diesen Blog.
Zwar ist mein Freiwilligendienst nun schon seit über 4 Wochen zuende, aber ich finde meine Rückkehr nach Deutschland ist, genau wie die Vorbereitung auf Ghana, ebenso ein Teil des Ganzen.
Wie also geht es mir nun damit? Um diese Frage annähernd zu beantworten, passt es vielleicht, auf häufig gestellte Fragen und Anmerkungen einzugehen.
"Na, so braun bist du ja gar nicht geworden!"
Nein, das stimmt, denn bis eine Woche vor der Abreise habe ich noch in der Schule gearbeitet und daher lange Kleidung getragen. Ein tägliches Sonnenbad gehörte aber auch in meiner Freizeit üblicherweise nicht zu meinen Hobbies. Davon abgesehen, dass wir uns vor der Abreise noch in der Regenzeit befanden, in der es durchschnittlich eher bewölkt ist, macht es auf Dauer aber auch keinen Spaß, sich stundenlang in der prallen Sonne in warmen Klamotten aufzuhalten.
"Und, wie wars?"
Es war gut, schlecht, traurig, fröhlich, spannend, langweilig, stressig, entspannt, warm, kalt, überraschend, nervig, lang, kurz, erlebnisreich! Eine sehr schwierig zu beantwortende Frage, wenn man knapp ein Jahr woanders gelebt hat.
"Schon wieder gut eingelebt?"
Erstaunlicherweise ja, zumindest oberflächlich. Ich kann noch deutsch sprechen, Auto fahren, Cello spielen und pünktlich den Zug bekommen. Und das ging genau genommen bereits ab dem Moment, als ich in Hamburg am Flughafen ankam. Manchmal kommt es mir vor, als sei ich nie weg gewesen. Alles um mich herum ist so gewohnt und es fühlt sich kaum verändert an, ganz so, als hätte ich ein Jahr zurückgedreht und einfach dort weitergemacht, wo alles "stehengeblieben" ist. Dieses Gefühl ist ziemlich beunruhigend und manchmal tut es deshalb gut, mit anderen Freiwilligen oder ghanaischen Freunden zu sprechen oder einfach bloß Bilder anzusehen, um sich klarzumachen: du warst da. Das bildest du dir nicht ein!
Mental hingegen bin ich, glaube ich, noch nicht vollständig in Deutschland angekommen. Damit meine ich, dass es Zeit braucht, die pauschalisiert deutschen Charakterzüge und die Zwischenmenschlichkeit zu akzeptieren.
"Und, wie ist es so in Afrika?"
Weiß ich nicht! Ich war in einem der 54 Staaten für bloß 11 Monate und in dem Nachbarland zum Urlaub. Afrika ist dreimal so groß wie Europa und ich habe nur einen winzigen Teil kennengelernt. Selbst über Ghana kann ich lediglich das erzählen, was ich persönlich erlebt, erfahren und gelernt habe. Trotzdem könnte ich nie ein vollständiges Bild des Landes oder gar des Kontinents geben. Aber meiner Meinung geht es auch gar nicht darum. Ich war in Ghana, habe tolle Leute kennengelernt, Freunde gewonnen, andere Kulturen erlebt und so viel über und für mich selbst gelernt. Natürlich lasse ich jeden, der Interesse daran zeigt, gerne mehr darüber wissen, aber es muss deutlich sein, dass es sich um meine subjektiven Wahrnehmungen handelt.
Das Jahr hat mich geprägt und verändert und obgleich es schwer fällt, sich all die Erlebnisse in dem hiesigen Alltag wachzurufen, habe ich Ghana nicht vergessen und werde es auch nie!