Die Zeit tickt, jetzt bleiben mir schon wieder nur noch 19 Minuten, bis ich hier aus dem Internetcafe nach hause gehen muss. Also will ich mich mal beeilen, um noch schnell ein Lebenszeichen von mir zu geben.
Mir geht es gut und meine Tage in Ghana laufen, um nicht zu sagen, rennen so vor sich hin. Seit meinem letzten Beitrag sind nun schon wieder 2 Monate vergangen, Wahnsinn! Ich weiss gar nicht, wo die Zeit geblieben ist. Auch wenn ich in dieser Zeit nichts veroeffentlicht habe, habe ich viel erlebt. Zum Beispiel habe ich Wochenendreisen unternommen, kleine Projekte in der Klasse durchgefuehrt, viel Zeit mit deutschen und ghanaischen Freunden verbracht, angefangen, ghanaische Gerichte kochen zu lernen, mit der Gastfamilie Pizza gebacken, meinen Geburtstag gefeiert und vieles mehr.
Dafuer, dass ich die letzten Wochen nichts geschrieben oder Bilder gepostet habe, moechte ich mich entschuldigen. Oft hat mich meine Muedigkeit und Erschoepfung oder die fehlende Zeit davon abgehalten und jetzt in den letzten Wochen haben wir zuhause gar kein Internet mehr, weshalb ich nun gerade auch im Internetcafe sitzte; noch 10 Minuten. Ich weiss durch die Seitenaufrufe, dass manche von euch immer wieder mal den Blog besucht haben und ihn dann wahrscheinlich enttaeuscht, nichts neues vorzufinden, wieder verlassen haben. Nochmals bitte ich dafuer um Entschuldigung.
Nun fangen bald die Ferien an und vorraussichtlich am Samstag werde ich mit 3 anderen FreiwilligInnen nach Togo reisen und anschliessend noch die Volta Region (im Osten Ghanas) erkunden. Die Vorfreude ist schon gross, wobei ich bis dahin auch noch einiges zu tun habe, u.a. Examen schreiben, waschen und nicht zuletzt irgendwann noch Sachen packen.
So jetzt gabs gerade einen Lightoff, bzw. Stromausfall, herrlich! Immerhin wurde der Text gespeichert, aber mir bleiben nur noch 2 Minuten. Deshalb sage ich an dieser Stelle mal bis bald und moechte mich nochmals fuer diesen knappen Beitrag nach so langer Zeit entschuldigen. Vielleicht war es ja trotzdem irgendwie unterhaltend.
Mittwoch, 11. April 2012
Mittwoch, 8. Februar 2012
Lions in the classroom
Am
Donnerstag, den 02.02.12 habe ich ein kleines Projekt mit „meiner“
zweiten Klasse gestartet. Und zwar hatte ich vor, mit ihnen Masken zu
basteln. Da ich in meinen Kunststunden zuvor überwiegend mit ihnen
gezeichnet hatte und sie nun darüber hinaus künstlerisch aktiv
werden lassen wollte, bot sich das an. Die Kartonpappe war schnell
beschafft: einige ältere Schüler wurden zu einem recht großen
nahegelegenen Supermarkt Swedrus geschickt. Die Gummibänder,
Buntstifte und Scheren sollten die Schüler von zuhause mitbingen.
Nun konnte also die schon etwas länger geplante Bastelstunde beginnen. Zunächst habe ich die Stunde ausführlich eingeleitet, um unnötiges Chaos zu vermeiden. Mit einigen "Steps" habe ich versucht, der Klasse möglichst einfach nahezulegen, wie wir die Stunde aufbauen wollen und der Bastelprozess einer eigenen Maske verläuft:
Danach ging es los. Mit Jeffs (meines Kollegens) Hilfe begann ich, maskengroße Papprechtecke auszuschneiden und sie an die Schüler zu verteilen. Allein das hat bei knapp 60 Kindern schon viel Zeit gekostet.
Als die erste Reihe ihre Pappe bekommen hatte, fing langsam an, sich das Chaos auszubreiten. Denn während die zweite und dritte Reihe auf ihre Kartonstücke warteten, starteten die Schüler der ersten Reihe schon, sich darüber zu beklagen, dass sie das Gesicht, also die Umrisse der Maske, nicht malen konnten. Als endlich alle ihre Pappe erhalten hatten, war es sehr laut und durcheinander in der Klasse. Ich machte also noch einige allgemeine Ansagen, in denen ich versuchte, die Schüler zu motivieren, die Maskenbilder zu zeichnen. Dazu malte ich ihnen selbst welche vor oder zeigte repräsentative Examplare mancher Schüler. Dennoch schien es für viele eine unmögliche Aufgabe zu sein. Das wunderte mich, denn im Zeichnen ist die Klasse eigentlich recht begabt.
Auf jeden Fall folgte dadurch eine lange anstrengende Phase, die dadurch geprägt war, alles jedem nochmal einzelnd zu erklären, verzweifelte Schüler immer erneut zu motivieren und die Grimassen (bis auf wenige wollten alle einen Löwenkopf haben) vorzuzeichnen. Als es dann noch Essen gab und die Kinder in der einen Hand mit der Maske, ihrem Bleistift und Gummibändern und in der anderen mit ihrem Teller Reis in der Klasse rumtobten, war das Chaos perfekt.
Obwohl
das jetzt vielleicht nach einer total ungeordneten Bastelstunde
klingt, hat diese Creative Arts lesson, die sich übrigens auf ca.
3-4 Stunden ausgedehnt hat, sehr viel Spaß gemacht. Es war schön,
zu sehen, wie sich alle an ihren Masken erfreut haben, als sie dann
endlich fertig waren und dass viel Bereitschaft unter einander da
war, den anderen zu helfen. Zwischendurch sind manchmal kleine
Gruppen von Kindern dem Klassenraum entwichen, um ihren Brüdern und
Schwestern in den anderen Klassen stolz ihre Kunstwerke zu
präsentieren. Am Ende sind auch wirklich schöne Masken entstanden
und manche davon ganz ohne Hilfe von Jeff oder mir.
Ich selbst war zufrieden, dass letztendlich alles geklappt hat und ich ein solches Projekt bei dieser Klassengröße durchzuführen imstande war. Rückblickend war es also natürlich superanstrengend, hat sich aber dennoch gelohnt! Ich habe bereits Pläne für weitere Kunststunden dieser Art, da ich es für eine gute Idee halte, die Kinder, vor allem in dem Alter, im Creative Arts – Unterricht nicht bloß abmalen zu lassen.
Nun konnte also die schon etwas länger geplante Bastelstunde beginnen. Zunächst habe ich die Stunde ausführlich eingeleitet, um unnötiges Chaos zu vermeiden. Mit einigen "Steps" habe ich versucht, der Klasse möglichst einfach nahezulegen, wie wir die Stunde aufbauen wollen und der Bastelprozess einer eigenen Maske verläuft:
Danach ging es los. Mit Jeffs (meines Kollegens) Hilfe begann ich, maskengroße Papprechtecke auszuschneiden und sie an die Schüler zu verteilen. Allein das hat bei knapp 60 Kindern schon viel Zeit gekostet.
Als die erste Reihe ihre Pappe bekommen hatte, fing langsam an, sich das Chaos auszubreiten. Denn während die zweite und dritte Reihe auf ihre Kartonstücke warteten, starteten die Schüler der ersten Reihe schon, sich darüber zu beklagen, dass sie das Gesicht, also die Umrisse der Maske, nicht malen konnten. Als endlich alle ihre Pappe erhalten hatten, war es sehr laut und durcheinander in der Klasse. Ich machte also noch einige allgemeine Ansagen, in denen ich versuchte, die Schüler zu motivieren, die Maskenbilder zu zeichnen. Dazu malte ich ihnen selbst welche vor oder zeigte repräsentative Examplare mancher Schüler. Dennoch schien es für viele eine unmögliche Aufgabe zu sein. Das wunderte mich, denn im Zeichnen ist die Klasse eigentlich recht begabt.
Auf jeden Fall folgte dadurch eine lange anstrengende Phase, die dadurch geprägt war, alles jedem nochmal einzelnd zu erklären, verzweifelte Schüler immer erneut zu motivieren und die Grimassen (bis auf wenige wollten alle einen Löwenkopf haben) vorzuzeichnen. Als es dann noch Essen gab und die Kinder in der einen Hand mit der Maske, ihrem Bleistift und Gummibändern und in der anderen mit ihrem Teller Reis in der Klasse rumtobten, war das Chaos perfekt.
| dieses Bild spiegelt gut den Großteil der Unterrichtsstunde wieder: viele kleine Kinder, denen beim zeichnen, anmalen oder auschneiden geholfen werden soll. |
Ich selbst war zufrieden, dass letztendlich alles geklappt hat und ich ein solches Projekt bei dieser Klassengröße durchzuführen imstande war. Rückblickend war es also natürlich superanstrengend, hat sich aber dennoch gelohnt! Ich habe bereits Pläne für weitere Kunststunden dieser Art, da ich es für eine gute Idee halte, die Kinder, vor allem in dem Alter, im Creative Arts – Unterricht nicht bloß abmalen zu lassen.
Montag, 6. Februar 2012
Meine Ferien - Bilder
Dieser Post soll eine Ergänzung zu dem vorherigen Beitrag sein. Da ich in der letzten Zeit kein Internet bzw. keine Möglichkeit hatte, Bilder hochzuladen, will ich das hiermit jetzt nachholen, damit ihr ein paar Eindrücke des Urlaubs bekommt und das Geschriebene vielleicht besser nachvollziehen könnt.
Natürlich ist das nur ein kleiner visueller Einblick in meinen Urlaub und ich habe noch Hunderte weitere Bilder, aber das Hauptproblem ist, dass es Zeit und Internetkapazität kostet, viele Fotos hochzuladen. Trotzdem, denke ich, ergänzt das den vorausgegangenen Textbeitrag wenigstens ein bisschen.
Natürlich ist das nur ein kleiner visueller Einblick in meinen Urlaub und ich habe noch Hunderte weitere Bilder, aber das Hauptproblem ist, dass es Zeit und Internetkapazität kostet, viele Fotos hochzuladen. Trotzdem, denke ich, ergänzt das den vorausgegangenen Textbeitrag wenigstens ein bisschen.
Donnerstag, 12. Januar 2012
Meine Ferien
Nun
ist schon Januar, die Ferien sind vorbei und seit vorgestern, dem 10.01.,
geht die Schule wieder los. In den letzten Wochen ist viel passiert.
Der
Dezember verging relativ schnell, was ich vor allem auf die Vorfreude
auf die Ferien zurückführe. Bevor es aber so weit war, gab es noch
einen recht stressigen, anstrengenden Endspurt, in dem die Examen und
die Reports (Zwischenzeugnisse) geschrieben wurden. Auch ich selber
verfasste einige Prüfungsaufgaben für meine Fächer I.C.T. Und
Creative Arts (dazu an anderer Stelle mehr). Die Ergebnisse fielen
recht unterschiedlich aus, konnten aber mit den anderen Fächern
glücklicherweise schon mithalten. Als schließlich alles geschafft
war, wurde am 22.12. „our day“ zelebriert. An diesem Tag ist es
jedem, sowohl Schüler als auch Lehrer, erlaubt, in beliebiger
Hauskleidung aufzutauchen. Außerdem ist es Brauch, dass die Schüler
ihr eigenes Essen mitbringen und keines, wie üblicherweise, in der
Schule kaufen. Große Lautsprecher wurden aufgestellt und die ganze
Schule war in Feierlaune. Nach einer Weile wurden dann die Zeugnisse,
Elternbriefe und letzte korrigierte Examen von den Klassenlehrern an
ihre Schüler verteilt.
Noch
am selben Tag trafen sich Hanna (die andere Freiwillige in der
Schule) und ich mit einigen unserer Kollegen in einem Spot
(vergleichbar mit einem Pub), um die Lehrer mal außerschulisch
besser kennenzulernen.
Nun
waren endlich Ferien und ich war schon gespannt, wie die
Weihnachtszeit und der geplante Urlaub in den Norden Ghanas verlaufen
würde. An den Weihnachtstagen war ich zuhause und traf mich mit
Freunden in der Stadt. Ein großes Weihnachtsfest gab es in dem Sinne
gar nicht. Das einzig wirklich außergewöhnliche, das die Tage vom gewohnten
Alltag unterschied, war der Kirchenbesuch am 25. und die Tatsache, dass wir einige
Kuchen gebacken hatten. Dabei will ich nicht das ghanaische
Weihnachtsfest darauf reduzieren, sondern bloß bemerken, wie ich es
erlebt habe. Generell war es schwer, in Weihnachtsstimmung zu kommen.
Zwar hörte man ab dem 24. ständig den lokalen Glückwunsch
„Afischjampoo“ oder ghanaische und europäische Weihnachtslieder,
aber trotzdem passten die 32° C nicht so ganz in mein gewohntes Bild
von Weihnachten.
Nichts
desto trotz habe ich die Tage genossen. Ich war auch nicht
enttäuscht, da ich kaum Erwartungen an das Fest gestellt habe und
ich diese Weihnachten als Erfahrung mitnehmen kann, losgelöst von
irgendeiner Bewertung.
Am
27. Dezember klingelte mein Wecker um kurz nach 3 in der Nacht, da
ich zusammen mit einer Freundin nach Kumasi fahren wollte, um von
dort aus mit einer weiteren Freiwilligen die bereits erwähnte Reise
in den Norden zu starten. Insgesamt waren wir 13 Tage unterwegs,
besuchten einige Städte und kamen sogar bis zur Grenze zu Burkina
Faso. Unsere Reiseroute verlief über Kumasi, Techiman, Tamale,
Larabanga, Wa, Bolgatanga und wieder zurück über Tamale und Kumasi.
An diesen Orten hielten wir uns dann für die Nächte auf und
besichtigten die Innenstädte. Außerdem unternahmen wir einige
Tagesausflüge von unseren Hotels zu touristischen Reisezielen oder
kleinen Orten in der Umgebung.
Der
Urlaub war sehr spannend und hat viel Spaß gemacht. Vor allem war es
beeindruckend zu sehen, wie sehr sich der Norden des Landes vom Süden
unterscheidet, sowohl landschaftlich (trockene, staubige und
großflächige Flachlandsavannen) als auch in der Bevölkerung. Da
diese in den nördlichen Regionen nämlich überwiegend muslimisch
geprägt ist, unterschieden sich die meisten Menschen schon in der
Kleidung von den hiesigen Einheimischen. Zudem gab es viel mehr
Leute, die mit Fahrrädern und Motorbikes unterwegs waren und auch
die Reaktion auf Weiße war total anders. Je weiter wir gen Norden
fuhren, so schien es, desto mehr Leute hielten es für normal,
„Obrunis“ (dort „Nasara“ genannt) zu sehen. Das war
unglaublich angenehm!
Rückblickend
war das eine wirklich schöne Reise und ich habe viel erlebt; alles
im Detail hier zu berichten würde den Rahmen sprengen. Um Fotos
hochzuladen, reicht die Internetkapazität leider nicht, aber ihr
werdet die an anderer Stelle noch zu sehen bekommen.
Liebe
Grüße und „Happy New Year!“
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