Nach langer Zeit von immerhin knapp 2 Monaten wird es mal wieder Zeit, etwas zu posten.
Bitte entschuldigt das Warten, aber die bereits in einem vorigen Post geschilderten Umstaende, die mich davon abhalten, hier etwas zu schreiben, haben sich nicht gebessert. Im Gegenteil, es kommt mir vor, als habe ich zunehmend weniger Zeit, weniger Internet und weniger zu erzaehlen. Letzteres ist wahrscheinlich gar nicht so, aber je laenger ich in Ghana bin, desto gewohnter und "langweiliger" empfinde ich das Leben hier fuer mich selbst.
Da ich zur Zeit viel darueber nachdenke, wie ich am besten meinen I.C.T.-Unterricht fuer die letzten Wochen gestalten kann, kam mir der Gedanke, euch daran in einem Artikel teilhaben zu lassen. Vielleicht koennt ihr dadurch auch am Rande Fragen zu meiner Arbeit fuer euch klaeren. Bitte seid aber darauf hingewiesen, dass dies ein sehr breites Thema ist. Es haengen so viele Umstaende und Informationen zu dem gesamten Schulsystem mit meinem kleinen Problem zusammen, die ich nicht alle in diesem Beitrag diskutieren kann und will.
Meine beiden Unterrichtsfaecher (in der 2. Klasse) sind I.C.T. und Creative Arts, sozusagen Computerkunde und Kunst. In Creative Arts lasse ich die SchuelerInnen oft malen und fuehre hin und wieder kleine Bastelprojekte durch. In I.C.T. hingegen ist es meine Aufgabe, den Kindern den Umgang mit dem Computer naeher zu bringen. Dies ist jedoch gar nicht so einfach, aus drei Hauptgruenden: 1. es gibt nur einen laufenden Computer an der Schule, 2. es sind (zu) viele SchuelerInnen in der Klasse und 3. es gibt nur einen laufenden Computer an der Schule. Das ist wirklich ein Problem, da auch meine Lehrbuecher auf praxisbezogenen Unterricht aufgebaut sind. Um es euch direkt an einem Beispiel zu zeigen: Dragging ist ein Thema in der 2. Klasse. Dragging nennt man das Bewegen eines Objekts mithilfe des Mauszeigers. Damit zusammen haengt dann das naechste Thema: Introduction into game applications. Im Lehrbuch sieht das so aus, dass ich den Kindern die Spielregeln von Solitaer beibringen soll, da Solitaer eben eine gute Methode bietet, Dragging spielerisch und praktisch zu lernen. Aber wie gesagt, es gibt nur einen laufenden Computer an der Schule. Die Haelfte der SchuelerInnen haben keinen PC zuhause und haben schon Probleme, die Maus richtig zu halten. Da faellt es mir schwer, Theoriewissen von etwas zu vermitteln, zu dem jegliche Praxis fehlt. Die Frage, ob es den SchuelerInnen beim Verstaendnis leicht faellt, erklaert sich wohl von alleine.
Da ich also daran gehindert bin, die Computerspiele zu unterrichten, habe ich mittlerweile die restlichen Themen, zumindest in der Theorie, fertig behandelt. Nun habe ich jedes mal aufs neue das Problem, einen sinnvollen und fachbezogenen Unterrichtsstoff zu finden. Neben Wiederholungen der durchgenommenen Themen, habe ich mir nun schon andere Lehrbuecher auch aus anderen Klassen zur Hilfe genommen und habe sogar versucht, einen "Keyboard-Song", ein Lied ueber die Tastatur mit den Kindern zu singen. Das alles ist aber nicht befriedigend, weil das Theoriewissen alleine den SchuelerInnen meiner Meinung nach kein bisschen hilft. Daher versuche ich manchmal, einen Praxistag einzulegen, an dem sich jeder mal an der Maus oder am Keyboard probieren kann. Aber ungluecklicherweise gibt es nur einen laufenden Computer an der Schule und rund 60 SchuelerInnen, die sich dahinter setzen wollen. Die grosse Anzahl der Kinder ist naemlich ein weiteres Hindernis fuer mich, guten (vor allem Praxis-)Unterricht zu machen. In der Regel hole ich immer eine Sitzreihe bzw. bis zu 10 SchulerInnen zu mir nach vorne und erklaere oder helfe ihnen am Computer. Doch ohne die Assistenz oder Anwesenheit meines ghanaischen Arbeitspartners kann ich das eigentlich auch vergessen, da meine Autoritaet aus verschiedenen Gruenden nicht dafuer ausreicht, ein Chaos zu vermeiden, das entsteht, wenn jeder das Geschehen auf dem Monitor verfolgen will. Deshalb lasse ich die untaetigen Reihen dann in der Zeit etwas von der Tafel abschreiben, aber trotzdem: it is not easy oo!
Das ist ein sehr gerne von Ghanaern verwendetes Zitat. Das oo! laesst sich uebrigens praktisch an jeden Satz haengen, um ihn noch zu verstaerken. Man hoert (oder sagt mittlerweile) auch oefter mal: It is nice oo!, I like it oo! oder Good morning oo!
Falls der Eindruck entstanden sein sollte, dass ich bei meiner Arbeit nur mit Problemen konfrontiert bin, moechte ich mich fuer meinen sarkastischen Ausdrucksstil entschuldigen. Ich bin sehr zufrieden in meiner Einsatzstelle, aber dieser Umstand laesst mich zur Zeit viel nachdenken. Natuerlich habe ich auch geschaut, wie andere LehrerInnen damit umgehen, aber an unserer Schule habe ich das Gefuehl, dass I.C.T. insgesamt eher vernachlaessigt bzw. einfach theoretisch unterrichtet wird. An anderen Schulen gibt es teilweise ganz andere Voraussetzungen, einige haben sogar PC-labs mit mehr als einem laufenden Computer an der Schule.
Das wars wieder von mir, es wird langsam spaet und ich gehe jetzt lieber nach hause, um noch ueber meine naechste I.C.T.-Stunde nachzudenken.
Mittwoch, 27. Juni 2012
Donnerstag, 3. Mai 2012
Togo Togo
Da ich doch nicht wie angenommen
seit gestern wieder zur Schule gehe, sondern noch bis Montag frei
habe, trifft es sich, dass ich nun mal genügend Zeit finde,
ausführlich über meine Ferien zu berichten. Die letzten zwei Wochen
genoss ich nämlich meinen Urlaub in Ostghana und Togo.
Am 14. April ging es los. Früh am Morgen traf ich mich mit den 3 anderen FreiwilligInnen und wir machten uns auf den Weg direkt nach Aflao, einem kleinen Grenzort zu Togo. Dort hieß es dann am nächsten Tag Geld wechseln und ein Wochenvisum besorgen, bevor wir weiter nach Lomé, der Hauptstadt Togos, zu unserem Hotel fahren konnten. Bereits bei den togoischen Beamten 5 Meter nach der Grenze bemerkte man, dass man sich in einem fremden Land befand, denn es wurde französisch gesprochen. Ebenso wie in Ghanas restlichen Nachbarländern ist in Togo nämlich, statt englisch wie in Ghana, französisch die Amtssprache. Generell entwickelte sich die Reise irgendwie zu einem „Sprachurlaub“, bei dem die verschiedensten Sprachen vertreten waren: deutsch, englisch, französisch, russisch, fante, ewe (lokale Sprache in Togo und Ostghana). Auch die „Motos“, sozusagen Taxi-Motorräder, die uns zum Hotel fuhren, kannte ich aus Ghana bisher noch nicht, zumindest nicht als gängiges Transportmittel. Trotz der Erschöpfung nach dem Grenzübergang konnten wir uns noch zu einer kleinen Stadtbesichtigung aufraffen. Wir haben zwar nicht die ganze Hauptstadt durchquert, aber trotzdem wurde mir auch hier ein Unterschied zu Accra bewusst. Ich habe für mich gemerkt, dass der verhältnismäßig weite Entwicklungsstand Ghanas wirklich sichtbar ist. Abends haben wir es uns dann gegönnt, relativ teuer chinesisch essen zu gehen.
Am nächsten Morgen fuhren wir in einem sogenannten Buschtaxi zu siebt nach Kpalimé, eine Stadt etwas weiter nördlich von Lomé, wo unsere Fahrerei vorerst ein Ende nehmen sollte. In Kpalimé kannten wir einige dort stationierte FreiwilligInnen, die wir auf den Vorbereitungsseminaren in Deutschland kennengelernt hatten und nun besuchen wollten. Zum Glück hatte einer dieser FreiwilligInnen einen wohlhabenden Freund, bei dem wir umsonst schlafen konnten. So kam es, dass wir die nächsten Tage bei diesem Mann wohnten, mit dem wir uns auch sehr bald anfreundeten. Wir hatten für unseren Aufenthalt in Togo kaum etwas geplant, da wir uns in dem Land noch nicht auskannten, keinen Reiseführer besaßen und sowieso erst mal die Freiwilligen besuchen wollten, um dann spontan etwas zu unternehmen.
Wir machten zwei Wanderungen zu
wahnsinnig schön gelegenen Wasserfällen in der Umgebung und auch
eine Besichtigung des Gefängnisses in Kpalimé, das sich gerade im
Bau befindet und als das modernste in Westafrika gilt. Zu diesem
Ausflug kam es, weil der Mann, bei dem wir wohnten, der Architekt
dieser Anlage und für die Beaufsichtigung verantwortlich war.
Die
Woche in Togo verging so schnell, dass es richtig schade war, von
allen Abschied nehmen zu müssen, denn wir hatten viel Zeit mit den
anderen FreiwilligInnen und deren FreundInnen verbracht. Und auch
dadurch, dass wir nicht durchgehend irgendwelche Unternehmungen
vorhatten, war es möglich, sich mit den Leuten tiefer gehend zu
unterhalten und viel von dem togoischen Alltag und der Lebenshaltung
mitzubekommen. Zum Beispiel ergab sich das oft, wenn wir an den
Abenden in die „Africa Bar“ gingen, woher auch der Titel des
Blogeintrags rührt. Bei „Togo Togo“ handelt es sich nämlich um
einen Trinkspruch, der sich über den togoischen Präsidenten lustig
macht. Laut der Geschichte wollte der chinesische Präsident bei
einem Treffen nach togoischer Manier anstoßen, wobei der togoische
Präsident die ähnlich klingenden Wörter als „Chine Chine“
verstand, worauf er mit „Togo Togo“ antwortete.
Als schließlich unser Visum auslief ging es für uns zurück nach Ghana in die Volta Region, wo sich unsere Gruppe aufteilte. Die anderen drei reisten noch 2 Tage zusammen weiter, bevor Lukas sich auf den Weg in den Benin machte und ich wollte alleine weiterreisen, um auch mal diese Erfahrung gemacht zu haben. Ich hielt mich dabei in Ho und Umgebung auf und unternahm Wanderungen in den Dörfern.
Insgesamt genoss ich die Zeit zwar sehr, aber nach zwei Tagen hatte ich keine Lust mehr, alleine weiter zu reisen, da ich es einfach vermisste, mich mit den anderen auszutauschen und gemeinsam die Erlebnisse zu teilen. Also traf ich Anna und Luzie in Hohoe und wir setzten die Reise zusammen fort. Nach einem Tag dort und einem Besuch in einem Affenreservat planten wir unsere Weiterreise, die vielleicht etwas absurd klingt. Wir entschieden uns, noch einmal nach Togo zu fahren, wodurch der Titel dieses Posts übrigens eine gewisse Doppeldeutigkeit verliehen bekommt. Der Anlass für unsere Entscheidung war der Geburtstag einer Freiwilligen in Togo. Außerdem fanden wir die Zeit in Togo so schön, dass wir uns einig waren, all die Leute noch einmal wiedersehen zu wollen. So kam es, dass wir ein weiteres mal unsere Zeit in Togo genossen, in der wir weder Touristenattraktionen ansahen, noch andere Ausflüge unternahmen. Wir verbrachten die Tage einfach damit, bereits bekannte Menschen zu treffen, die Abende zu feiern und Urlaub zu haben. Am 30. April mussten wir dann aber entgültig wieder über die Grenze nach Ho und von dort aus über Accra nach Swedru, nach hause.
Rückblickend war diese Reise echt super. Es hat so viel Spaß gemacht, viele interessante Leute kennenzulernen, unbekannte Orte zu bereisen, komplett flexibel sein zu können und insgesamt neue Eindrücke zu sammeln und es tat gut, mal wieder für eine längere Zeit dem Alltag hier zuhause zu entfliehen.
Am 14. April ging es los. Früh am Morgen traf ich mich mit den 3 anderen FreiwilligInnen und wir machten uns auf den Weg direkt nach Aflao, einem kleinen Grenzort zu Togo. Dort hieß es dann am nächsten Tag Geld wechseln und ein Wochenvisum besorgen, bevor wir weiter nach Lomé, der Hauptstadt Togos, zu unserem Hotel fahren konnten. Bereits bei den togoischen Beamten 5 Meter nach der Grenze bemerkte man, dass man sich in einem fremden Land befand, denn es wurde französisch gesprochen. Ebenso wie in Ghanas restlichen Nachbarländern ist in Togo nämlich, statt englisch wie in Ghana, französisch die Amtssprache. Generell entwickelte sich die Reise irgendwie zu einem „Sprachurlaub“, bei dem die verschiedensten Sprachen vertreten waren: deutsch, englisch, französisch, russisch, fante, ewe (lokale Sprache in Togo und Ostghana). Auch die „Motos“, sozusagen Taxi-Motorräder, die uns zum Hotel fuhren, kannte ich aus Ghana bisher noch nicht, zumindest nicht als gängiges Transportmittel. Trotz der Erschöpfung nach dem Grenzübergang konnten wir uns noch zu einer kleinen Stadtbesichtigung aufraffen. Wir haben zwar nicht die ganze Hauptstadt durchquert, aber trotzdem wurde mir auch hier ein Unterschied zu Accra bewusst. Ich habe für mich gemerkt, dass der verhältnismäßig weite Entwicklungsstand Ghanas wirklich sichtbar ist. Abends haben wir es uns dann gegönnt, relativ teuer chinesisch essen zu gehen.
Am nächsten Morgen fuhren wir in einem sogenannten Buschtaxi zu siebt nach Kpalimé, eine Stadt etwas weiter nördlich von Lomé, wo unsere Fahrerei vorerst ein Ende nehmen sollte. In Kpalimé kannten wir einige dort stationierte FreiwilligInnen, die wir auf den Vorbereitungsseminaren in Deutschland kennengelernt hatten und nun besuchen wollten. Zum Glück hatte einer dieser FreiwilligInnen einen wohlhabenden Freund, bei dem wir umsonst schlafen konnten. So kam es, dass wir die nächsten Tage bei diesem Mann wohnten, mit dem wir uns auch sehr bald anfreundeten. Wir hatten für unseren Aufenthalt in Togo kaum etwas geplant, da wir uns in dem Land noch nicht auskannten, keinen Reiseführer besaßen und sowieso erst mal die Freiwilligen besuchen wollten, um dann spontan etwas zu unternehmen.
| Zusammen bei der Gastmutter eines Freiwilligen, einer Stoffverkäuferin auf dem Markt von Kpalimé. |
| Auf dem Weg ins Gefängnis... |
Als schließlich unser Visum auslief ging es für uns zurück nach Ghana in die Volta Region, wo sich unsere Gruppe aufteilte. Die anderen drei reisten noch 2 Tage zusammen weiter, bevor Lukas sich auf den Weg in den Benin machte und ich wollte alleine weiterreisen, um auch mal diese Erfahrung gemacht zu haben. Ich hielt mich dabei in Ho und Umgebung auf und unternahm Wanderungen in den Dörfern.
Insgesamt genoss ich die Zeit zwar sehr, aber nach zwei Tagen hatte ich keine Lust mehr, alleine weiter zu reisen, da ich es einfach vermisste, mich mit den anderen auszutauschen und gemeinsam die Erlebnisse zu teilen. Also traf ich Anna und Luzie in Hohoe und wir setzten die Reise zusammen fort. Nach einem Tag dort und einem Besuch in einem Affenreservat planten wir unsere Weiterreise, die vielleicht etwas absurd klingt. Wir entschieden uns, noch einmal nach Togo zu fahren, wodurch der Titel dieses Posts übrigens eine gewisse Doppeldeutigkeit verliehen bekommt. Der Anlass für unsere Entscheidung war der Geburtstag einer Freiwilligen in Togo. Außerdem fanden wir die Zeit in Togo so schön, dass wir uns einig waren, all die Leute noch einmal wiedersehen zu wollen. So kam es, dass wir ein weiteres mal unsere Zeit in Togo genossen, in der wir weder Touristenattraktionen ansahen, noch andere Ausflüge unternahmen. Wir verbrachten die Tage einfach damit, bereits bekannte Menschen zu treffen, die Abende zu feiern und Urlaub zu haben. Am 30. April mussten wir dann aber entgültig wieder über die Grenze nach Ho und von dort aus über Accra nach Swedru, nach hause.
Rückblickend war diese Reise echt super. Es hat so viel Spaß gemacht, viele interessante Leute kennenzulernen, unbekannte Orte zu bereisen, komplett flexibel sein zu können und insgesamt neue Eindrücke zu sammeln und es tat gut, mal wieder für eine längere Zeit dem Alltag hier zuhause zu entfliehen.
Mittwoch, 11. April 2012
Die Zeit rennt....
Die Zeit tickt, jetzt bleiben mir schon wieder nur noch 19 Minuten, bis ich hier aus dem Internetcafe nach hause gehen muss. Also will ich mich mal beeilen, um noch schnell ein Lebenszeichen von mir zu geben.
Mir geht es gut und meine Tage in Ghana laufen, um nicht zu sagen, rennen so vor sich hin. Seit meinem letzten Beitrag sind nun schon wieder 2 Monate vergangen, Wahnsinn! Ich weiss gar nicht, wo die Zeit geblieben ist. Auch wenn ich in dieser Zeit nichts veroeffentlicht habe, habe ich viel erlebt. Zum Beispiel habe ich Wochenendreisen unternommen, kleine Projekte in der Klasse durchgefuehrt, viel Zeit mit deutschen und ghanaischen Freunden verbracht, angefangen, ghanaische Gerichte kochen zu lernen, mit der Gastfamilie Pizza gebacken, meinen Geburtstag gefeiert und vieles mehr.
Dafuer, dass ich die letzten Wochen nichts geschrieben oder Bilder gepostet habe, moechte ich mich entschuldigen. Oft hat mich meine Muedigkeit und Erschoepfung oder die fehlende Zeit davon abgehalten und jetzt in den letzten Wochen haben wir zuhause gar kein Internet mehr, weshalb ich nun gerade auch im Internetcafe sitzte; noch 10 Minuten. Ich weiss durch die Seitenaufrufe, dass manche von euch immer wieder mal den Blog besucht haben und ihn dann wahrscheinlich enttaeuscht, nichts neues vorzufinden, wieder verlassen haben. Nochmals bitte ich dafuer um Entschuldigung.
Nun fangen bald die Ferien an und vorraussichtlich am Samstag werde ich mit 3 anderen FreiwilligInnen nach Togo reisen und anschliessend noch die Volta Region (im Osten Ghanas) erkunden. Die Vorfreude ist schon gross, wobei ich bis dahin auch noch einiges zu tun habe, u.a. Examen schreiben, waschen und nicht zuletzt irgendwann noch Sachen packen.
So jetzt gabs gerade einen Lightoff, bzw. Stromausfall, herrlich! Immerhin wurde der Text gespeichert, aber mir bleiben nur noch 2 Minuten. Deshalb sage ich an dieser Stelle mal bis bald und moechte mich nochmals fuer diesen knappen Beitrag nach so langer Zeit entschuldigen. Vielleicht war es ja trotzdem irgendwie unterhaltend.
Mir geht es gut und meine Tage in Ghana laufen, um nicht zu sagen, rennen so vor sich hin. Seit meinem letzten Beitrag sind nun schon wieder 2 Monate vergangen, Wahnsinn! Ich weiss gar nicht, wo die Zeit geblieben ist. Auch wenn ich in dieser Zeit nichts veroeffentlicht habe, habe ich viel erlebt. Zum Beispiel habe ich Wochenendreisen unternommen, kleine Projekte in der Klasse durchgefuehrt, viel Zeit mit deutschen und ghanaischen Freunden verbracht, angefangen, ghanaische Gerichte kochen zu lernen, mit der Gastfamilie Pizza gebacken, meinen Geburtstag gefeiert und vieles mehr.
Dafuer, dass ich die letzten Wochen nichts geschrieben oder Bilder gepostet habe, moechte ich mich entschuldigen. Oft hat mich meine Muedigkeit und Erschoepfung oder die fehlende Zeit davon abgehalten und jetzt in den letzten Wochen haben wir zuhause gar kein Internet mehr, weshalb ich nun gerade auch im Internetcafe sitzte; noch 10 Minuten. Ich weiss durch die Seitenaufrufe, dass manche von euch immer wieder mal den Blog besucht haben und ihn dann wahrscheinlich enttaeuscht, nichts neues vorzufinden, wieder verlassen haben. Nochmals bitte ich dafuer um Entschuldigung.
Nun fangen bald die Ferien an und vorraussichtlich am Samstag werde ich mit 3 anderen FreiwilligInnen nach Togo reisen und anschliessend noch die Volta Region (im Osten Ghanas) erkunden. Die Vorfreude ist schon gross, wobei ich bis dahin auch noch einiges zu tun habe, u.a. Examen schreiben, waschen und nicht zuletzt irgendwann noch Sachen packen.
So jetzt gabs gerade einen Lightoff, bzw. Stromausfall, herrlich! Immerhin wurde der Text gespeichert, aber mir bleiben nur noch 2 Minuten. Deshalb sage ich an dieser Stelle mal bis bald und moechte mich nochmals fuer diesen knappen Beitrag nach so langer Zeit entschuldigen. Vielleicht war es ja trotzdem irgendwie unterhaltend.
Mittwoch, 8. Februar 2012
Lions in the classroom
Am
Donnerstag, den 02.02.12 habe ich ein kleines Projekt mit „meiner“
zweiten Klasse gestartet. Und zwar hatte ich vor, mit ihnen Masken zu
basteln. Da ich in meinen Kunststunden zuvor überwiegend mit ihnen
gezeichnet hatte und sie nun darüber hinaus künstlerisch aktiv
werden lassen wollte, bot sich das an. Die Kartonpappe war schnell
beschafft: einige ältere Schüler wurden zu einem recht großen
nahegelegenen Supermarkt Swedrus geschickt. Die Gummibänder,
Buntstifte und Scheren sollten die Schüler von zuhause mitbingen.
Nun konnte also die schon etwas länger geplante Bastelstunde beginnen. Zunächst habe ich die Stunde ausführlich eingeleitet, um unnötiges Chaos zu vermeiden. Mit einigen "Steps" habe ich versucht, der Klasse möglichst einfach nahezulegen, wie wir die Stunde aufbauen wollen und der Bastelprozess einer eigenen Maske verläuft:
Danach ging es los. Mit Jeffs (meines Kollegens) Hilfe begann ich, maskengroße Papprechtecke auszuschneiden und sie an die Schüler zu verteilen. Allein das hat bei knapp 60 Kindern schon viel Zeit gekostet.
Als die erste Reihe ihre Pappe bekommen hatte, fing langsam an, sich das Chaos auszubreiten. Denn während die zweite und dritte Reihe auf ihre Kartonstücke warteten, starteten die Schüler der ersten Reihe schon, sich darüber zu beklagen, dass sie das Gesicht, also die Umrisse der Maske, nicht malen konnten. Als endlich alle ihre Pappe erhalten hatten, war es sehr laut und durcheinander in der Klasse. Ich machte also noch einige allgemeine Ansagen, in denen ich versuchte, die Schüler zu motivieren, die Maskenbilder zu zeichnen. Dazu malte ich ihnen selbst welche vor oder zeigte repräsentative Examplare mancher Schüler. Dennoch schien es für viele eine unmögliche Aufgabe zu sein. Das wunderte mich, denn im Zeichnen ist die Klasse eigentlich recht begabt.
Auf jeden Fall folgte dadurch eine lange anstrengende Phase, die dadurch geprägt war, alles jedem nochmal einzelnd zu erklären, verzweifelte Schüler immer erneut zu motivieren und die Grimassen (bis auf wenige wollten alle einen Löwenkopf haben) vorzuzeichnen. Als es dann noch Essen gab und die Kinder in der einen Hand mit der Maske, ihrem Bleistift und Gummibändern und in der anderen mit ihrem Teller Reis in der Klasse rumtobten, war das Chaos perfekt.
Obwohl
das jetzt vielleicht nach einer total ungeordneten Bastelstunde
klingt, hat diese Creative Arts lesson, die sich übrigens auf ca.
3-4 Stunden ausgedehnt hat, sehr viel Spaß gemacht. Es war schön,
zu sehen, wie sich alle an ihren Masken erfreut haben, als sie dann
endlich fertig waren und dass viel Bereitschaft unter einander da
war, den anderen zu helfen. Zwischendurch sind manchmal kleine
Gruppen von Kindern dem Klassenraum entwichen, um ihren Brüdern und
Schwestern in den anderen Klassen stolz ihre Kunstwerke zu
präsentieren. Am Ende sind auch wirklich schöne Masken entstanden
und manche davon ganz ohne Hilfe von Jeff oder mir.
Ich selbst war zufrieden, dass letztendlich alles geklappt hat und ich ein solches Projekt bei dieser Klassengröße durchzuführen imstande war. Rückblickend war es also natürlich superanstrengend, hat sich aber dennoch gelohnt! Ich habe bereits Pläne für weitere Kunststunden dieser Art, da ich es für eine gute Idee halte, die Kinder, vor allem in dem Alter, im Creative Arts – Unterricht nicht bloß abmalen zu lassen.
Nun konnte also die schon etwas länger geplante Bastelstunde beginnen. Zunächst habe ich die Stunde ausführlich eingeleitet, um unnötiges Chaos zu vermeiden. Mit einigen "Steps" habe ich versucht, der Klasse möglichst einfach nahezulegen, wie wir die Stunde aufbauen wollen und der Bastelprozess einer eigenen Maske verläuft:
Danach ging es los. Mit Jeffs (meines Kollegens) Hilfe begann ich, maskengroße Papprechtecke auszuschneiden und sie an die Schüler zu verteilen. Allein das hat bei knapp 60 Kindern schon viel Zeit gekostet.
Als die erste Reihe ihre Pappe bekommen hatte, fing langsam an, sich das Chaos auszubreiten. Denn während die zweite und dritte Reihe auf ihre Kartonstücke warteten, starteten die Schüler der ersten Reihe schon, sich darüber zu beklagen, dass sie das Gesicht, also die Umrisse der Maske, nicht malen konnten. Als endlich alle ihre Pappe erhalten hatten, war es sehr laut und durcheinander in der Klasse. Ich machte also noch einige allgemeine Ansagen, in denen ich versuchte, die Schüler zu motivieren, die Maskenbilder zu zeichnen. Dazu malte ich ihnen selbst welche vor oder zeigte repräsentative Examplare mancher Schüler. Dennoch schien es für viele eine unmögliche Aufgabe zu sein. Das wunderte mich, denn im Zeichnen ist die Klasse eigentlich recht begabt.
Auf jeden Fall folgte dadurch eine lange anstrengende Phase, die dadurch geprägt war, alles jedem nochmal einzelnd zu erklären, verzweifelte Schüler immer erneut zu motivieren und die Grimassen (bis auf wenige wollten alle einen Löwenkopf haben) vorzuzeichnen. Als es dann noch Essen gab und die Kinder in der einen Hand mit der Maske, ihrem Bleistift und Gummibändern und in der anderen mit ihrem Teller Reis in der Klasse rumtobten, war das Chaos perfekt.
| dieses Bild spiegelt gut den Großteil der Unterrichtsstunde wieder: viele kleine Kinder, denen beim zeichnen, anmalen oder auschneiden geholfen werden soll. |
Ich selbst war zufrieden, dass letztendlich alles geklappt hat und ich ein solches Projekt bei dieser Klassengröße durchzuführen imstande war. Rückblickend war es also natürlich superanstrengend, hat sich aber dennoch gelohnt! Ich habe bereits Pläne für weitere Kunststunden dieser Art, da ich es für eine gute Idee halte, die Kinder, vor allem in dem Alter, im Creative Arts – Unterricht nicht bloß abmalen zu lassen.
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