Dienstag, 29. November 2011

Fußball, Schule und Urlaub

Nun ist mein letzter Eintrag schon wieder eine ganz schöne Weile her. Falls ihr hier täglich nach Neuigkeiten gesucht haben solltet, möchte ich mich für die Warterei entschuldigen. Die Zeit vergeht hier relativ schnell und ich habe oft nicht die Ruhe, mich an einen ausführlichen Lagebericht zu setzen.
Mit diesem Post möchte ich kein spezielles Ereignis beschreiben, sondern euch ein paar Bilder zeigen, um euch einen visuellen Eindruck meines ghanaischen Lebens zu geben, zumindest ein kleines Stück weit.

Der Weg zur Schule: auf diesem Bild sieht man Flo, meinen Gastbruder, und Sandra, unsere Nachbarin, die uns an diesem Morgen spontan mit in die Stadt begleitete. Dieser "Trampelpfad" ist eine von mehreren Möglichkeiten, von unserem Haus aus in die Stadt zu laufen. In der Gegend, in der ich wohne, sieht es überall ähnlich aus, wie auf dem Foto. Damit meine ich, dass es hier viel Natur zu sehen gibt, die Häuser nicht aneinander gereiht stehen und man generell eher das Gefühl hat, in einem Dorf zu leben. Vom Haus zur Hauptstraße sind es etwa 10 Minuten zu Fuß, von dort aus dann zum Stadtzentrum oder zu meiner Schule dauert es etwa noch mal 15 Minuten. Auf dieser letzten Strecke sehen die Wege dann nicht mehr so palmenumringt, ruhig und entspannt aus...
Fußball: An diesem Tag stand ein Fußballspiel zwischen dem Kollegium unserer Schule gegen die Lehrer einer anderen Privatschule in Swedru an. Da ich aber kein guter Fußballer bin, kam ich nur als Zuschauer mit und stehe auf dem Foto nicht im Trikot neben meinem Team. Da wir nicht genügend Spieler hatten, wurden noch Freunde der Lehrer und letzten Endes zwei Schüler in die Mannschaft aufgenommen. Die Schüler mussten sich auf die Aufforderung und Motivation der Lehrer schnell und spontan umziehen, als sie mit einigen Mitschülern kamen, um sich das Spiel anzusehen. Insgesamt kamen rund 60 Schüler verschiedener Klassen unserer Schule zu dem Match und um die Chance zu erfgreifen, dieses Fanpotential zu nutzen, machte ich mich daran, mit den Schülern eine Laolawelle hinzubekommen, was ich bereits bei vorigen Fußballspielen zusammen mit meiner Mitfreiwilligen an der Schule versucht hatte. Nach einigen nicht so erfolgreichen Versuchen, hat das dann auch wirklich gut geklappt und viel Spaß gemacht. Insgesamt waren die äußeren Umstände für das Spiel, abgesehen von dem "Fansupport", aber nicht so prickelnd: Zuvor hatte es ordentlich geschauert, so dass der Platz mit großen Pfützen übersäht war und aufgrund des anfänglichen Spielermangels verzögerte sich das Spiel stark in den späten Nachmittag.
Be Happy: Das ist ein Klassenzimmer in einem kleinen Ort in der Nähe von Cape Coast. Ich denke nicht, dass hier zur Zeit noch unterrichtet wird, da sich weder Schulbänke, noch ein Dach in dem Raum befand. Trotzdem war es irgendwie spannend, in diese Klassenräume zu spazieren und sie anzuschauen. An dem Wochenende war ich mit 3 anderen Freiwilligen in dieser Gegend in einem Beach Resort, um für 2 Tage einen Kurzstrandurlaub zu machen.
Music & Dance: Eines meiner Lieblingsbilder. Ein Schnappschuss von vor zwei Wochen, als an einem Freitagnachmittag der Klassenlehrer der 4. Klasse plötzlich anfing, einige Trommeln auf den Schulhof zu bringen, um dort zu musizieren. Einige Jungs waren damit beschäftigt, die Rhythmen, die vom Lehrer vorgegeben wurden, zu trommeln und beinahe die gesamte restliche Schulgemeinschaft fand sich auf dem Schulhof ein, um ihnen dabei zuzusehen oder zu tanzen. Das war auf jeden Fall ein sehr interessanter, abwechslungsreicher Schulnachmittag. Die Bemalung des Jungen links im Bild hat übrigens nichts zu tun mit irgendwelchen rituellen Traditionen, das ist bloß Latif aus der 5., der mit Kreide gespielt hat.



Vielleicht habt ihr durch die Bilder ja ein paar unterbewusste Fragen beantworten können. Bis bald!

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