Seit einigen Tagen begleitet mich stets ein merkwuerdiges Gefuehl, und zwar das Gefuehl, gerade etwas zum vorerst letzten mal zu machen. Am Freitag, den 27. Juli werde ich nach Accra zum Flughafen fahren und zurueck nach Deutschland fliegen. Unglaublich, schon in 3 Tagen!
Am vergangenen Freitag begann das genannte Gefuehl mich nicht mehr loszulassen. Es war der Tag, an dem ich das letzte mal meine Lehrerklamotten angezogen habe, die ich jetzt alle hier lasse, das letzte mal, dass ich zur Schule lief, das letzte mal, dass ich unterrichtete, das letzte mal, dass ich all die SchuelerInnen und KollegInnen um mich herum hatte, das letzte mal, das letzte mal... Eigentlich war es aber ein sehr schoener letzter Schultag. Hanna, die andere Freiwillige in der Schule, und ich haben eine gemeinsame Unterrichtsstunde mit unseren Klassen organisiert, in der gegenseitig das gelernte Gedicht und Theaterstueck praesentiert wurden. Anschliessend gab es ein Fussballspiel zwischen unseren beiden Klassen auf dem Schulhof. Und natuerlich haben wir uns von unserem Kollegium und den SchuelerInnen verabschiedet, Geschenke verteilt und bekommen. Nach der Schule haben wir dann noch einige Lehrer zum Fufu -und Bankuessen in der Naehe eingeladen. Insgesamt war der Tag wirklich nett - bis auf das Abschiednehmen.
Nun haeufen sich die letzten male bei fast allem, was ich mache. Das letzte mal mein Lieblingsgericht essen, das letzte mal waschen, das letzte mal hier im Internetcafe sitzen und auch das letzte mal Sachen packen. Ausserdem schiesst mir bei jeder Begegnung mit Bekannten immer der Gedanke durch den Kopf, ob ich diese Person nochmal sehen werde oder ob das gerade das letzte mal ist.
Meine letzten Tage in Ghana sind also davon gepraegt, von so ca. allem Abschied zu nehmen. Das ist immer schwer, zumindest fuer mich, und ich wuensche mir manchmal, einfach morgen zu fliegen, damit diese stressige Zeit endlich vorbei geht. Denn neben den tausend Abschieden bin ich zur Zeit noch damit beschaeftigt, letzte Einkaeufe zu machen, Sachen zu packen usw.
Ich freue mich schon auf die Rueckreise, darauf, meine Freunde und Familie wiederzusehen und auch auf die alten Gewohnheiten, auf das Essen, auf das Wetter, darauf, als Weisser nicht mehr staendig aufzufallen, auf feste Preise und auf vieles mehr. Gleichzeitig merke ich an den Abschieden, wie sehr ich mein ghanaisches Umfeld vermissen werde, in erster Linie meine Freunde und die SchuelerInnen, aber auch das Essen, die Sprache(n), die Offenheit und (Gast)freundlichkeit, Taxifahren fuer 20 Cent, das Wetter, das Feilschen, und vieles mehr...
Dies war also wohl mein letzter Eintrag aus Ghana, wir sehen uns in Deutschland,
liebe Gruesse!
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